MS EUROPA nach Werftaufenthalt

im neunen Look

Brush Up für die schönste Yacht: Fast 900 Arbeiter haben rund 600 Aufträge zu erledigen gehabt – in nur 14 Tagen. Jetzt ist es vollbracht, das Schiff hat das Dock verlassen – und im Hafen von Hamburg präsentiert sich die MS EUROPA im neuen Glanz

MS EUROPA im neuen Glanz. „Gonna be some sweet sounds coming down on the nightshift…“ singen die Commodores aus der Jukebox – und auch wenn es früher Vormittag ist, passt der Song perfekt: Zuletzt haben die Handwerker auf der EUROPA Nachtschichten eingelegt. Doch jetzt ist das Werk nahezu vollbracht. Es wird noch gesaugt und geputzt, in den Suiten werden die Betten gemacht und der Champagner in die Kühler gestellt, in den Restaurants decken die Servicekräfte die Tische ein, letzte Klebe- und Schraubarbeiten, hier wird ein Schild montiert, da ein Name auf der Scheibe angebracht: GATSBY’s. Und wer durch das Glas der neuen Bar schaut, sieht Gabi Haupt, Leiterin Produktmanagement MS EUROPA, im schwarzen Kleid und in gelöster Stimmung vor der bunten Jukebox stehen. Die Commodores singen: „Talk to me, what’s going on…“

 

Was hier heute passiert? Es ist der große Tag. Am Abend zuvor hat die EUROPA das Schwimmdock von Blohm & Voss verlassen und zum Grasbrook-Terminal verholt (wie man das Umparken eines Schiffes in der Seemannssprache nennt). Kräne hieven Container mit Bauresten und Schutt von und Lebensmittel und Getränke an Bord. Gabi Haupt und Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, erläutern die Neuerungen: dass man Teak-Holz rund um den Pool und auf dem Belvedere-Deck habe legen lassen, dass die Stabilisatoren nun mit Bio-Öl geschmiert werden – Gabi Haupt scherzt: „Ich sage immer, wir fahren jetzt mit Salatöl.“ –, und dann laden sie ein, die EUROPA im neuen Glanz zu besichtigen. Der PASSAGEN BLOG begleitet sie.

Es geht vorbei am Klavierstimmer, der dem Flügel im Atrium seinen Klang zurück gibt, und dann hinein in einen der gläsernen Aufzüge. Wir beginnen unseren Rundgang auf Deck 10. Die Penthouse-Suiten sind 46 Quadratmeter groß, wohnliche Apartments mit geräumigem, erneuertem Bad, mit Schlafzimmer und begehbarem Kleiderschrank, dem Wohnraum wurde ein neuer Sessel spendiert, der sich elektrisch flach legen lässt. Perfekt, um über die große Veranda hinaus zu schauen aufs Meer. Es genügt, sich kurz in den Sessel fallen zu lassen, schon möchte man hier sitzen bleiben – und erst wieder aufstehen, wenn das Schiff nach der demnächst beginnenden Weltreise erneut in Hamburg anlegt.

 

Wir bewundern die aubergine-farbenen Bäder in den anderen Suiten und loben das Lido-Café auf Deck 8, es hat einen neuen Eingangsbereich bekommen und einen großzügigeren Buffet-Bereich. Vor den Fenstern stehen nun die Segelschiffmodelle, die einst die Clipper-Lounge schmückten. Wir fahren zurück auf Deck 4. Hier hat es die wohl gravierendsten Veränderungen gegeben. Wir stehen im Hauptrestaurant der EUROPA, das sich hell und strahlend präsentiert. In einem Glanz, der sich sogar in den Gesichtern des Service-Personals widerspiegelt.

Dies war meine elfte Werftzeit“, sagt Fritz Doppelreiter. Der aus der Steiermark stammende Kellner ist einer der wenigen, der die EUROPA seit Anfang an kennt. Und er hat ein sehr gutes Gedächtnis. Er erzählt von früheren Werftaufenthalten – in Bremen und in Singapur, Hong Kong und Genua. Von den Menschen, die er auf seinen Reisen bedienen durfte, etwa jene Direktoren-Gattin, der er vom 30. Oktober 2004 bis zum 24. Juni 2005 täglich das Essen servierte. „Der Fritz“, wie man hier nur nennt, blickt sich um: das neue Parkett, die hellen Wände, der schlicht umwerfende Kronleuchter mit seinen abertausend Glasfaserlichtern. „Es ist wirklich sehr sehr schön geworden.“

 

Zurück im Gatsby’s wird nun das Bar-Konzept erläutert. Es soll ein Ort werden, in dem man sich gern auf einen Drink trifft, bevor man zum Abendessen geht. Neue Farben, neue Formen, neue Möbel, neue Drinks. Ein Ort, der viel vom Spirit der EUROPA hat. Architekt Jochen Hagen ist mit der Gestaltung ein Meisterwerk gelungen. Und auch die Cocktails, entwickelt von Bar-Consultant Moritz Niederstrasser, sind famos: Der „German Mule“ ist eine Abwandlung des Moscow Mules, als Spirit wird Williams Birne verwendet. Im „Bavarian Teepunsch“ kommt ein selbst gemachter Sirup auf Nutella-Basis zum Einsatz. Küchenchef Thorsten Gillert lässt zu den Cocktails passend Mini-Variationen des Club-Sandwiches servieren. Ein Entertainer interpretiert auf grandiose Weise klassische Songs. „Gonna be a long night, it’s gonna be all right…“ Und so mancher fragt sich: Würde es wirklich auffallen, wenn man jetzt einfach an Bord bliebe?


Quelle Hapag Lloyd Kreuzfahrten Hamburg
Bilder: HLKF
Text: Dirk Lehmann, Fotos: Susanne Baade, Christian Wyrwa, Archiv
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